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Bauland in Baden-Württemberg: Worauf es bei der Grundstückssuche ankommt

Die Preise für Bauland unterscheiden sich im Südwesten stark. Welche Faktoren zählen und wie man ein passendes Grundstück findet.

Von Romeo Vetter28. Oktober 20263 Min. Lesezeit
Bauland in Baden-Württemberg: Worauf es bei der Grundstückssuche ankommt
Baden-Württemberg gehört zu den beliebtesten Regionen für den Hausbau in Deutschland. Starke Wirtschaft, attraktive Landschaften und gute Infrastruktur sorgen für eine hohe Nachfrage nach Bauland. Entsprechend unterschiedlich sind die Grundstückspreise: In den Ballungsräumen rund um Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg oder Freiburg liegen sie deutlich höher als in ländlichen Gegenden wie Oberschwaben, dem Hohenlohekreis oder Teilen der Schwäbischen Alb. Dieser Beitrag zeigt, worauf es bei der Suche ankommt und was Sie vor dem Kauf prüfen sollten.

Lage und Infrastruktur

Schon wenige Kilometer Entfernung zur nächsten Großstadt können den Quadratmeterpreis spürbar senken. Die günstigste Lage ist aber nicht automatisch die beste. Wichtig ist, die Lage zur eigenen Lebenssituation passend zu wählen. Stellen Sie sich dabei folgende Fragen:
  • Wie lang ist der tägliche Arbeitsweg, mit Auto und mit Bahn?
  • Gibt es Kita, Schule und Ärzte in erreichbarer Nähe?
  • Wie ist die Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten?
  • Ist schnelles Internet verfügbar oder geplant?
  • Wie entwickelt sich der Ort, gibt es neue Gewerbegebiete oder Straßen?
Ein Grundstück, das heute etwas günstiger ist, kann durch lange Wege über Jahre teurer werden. Rechnen Sie Fahrtkosten und Zeit realistisch mit ein.

Bodenrichtwerte als Orientierung

Die Gutachterausschüsse veröffentlichen Bodenrichtwerte, die einen guten ersten Anhaltspunkt geben. In Baden-Württemberg sind sie online über das Landesportal einsehbar. Der tatsächliche Kaufpreis kann je nach Zuschnitt, Erschließung, Ausrichtung und Nachfrage davon abweichen. Bodenrichtwerte helfen vor allem, ein Angebot einzuordnen und überhöhte Preise zu erkennen.

Erschlossen oder nicht?

Ein voll erschlossenes Grundstück verfügt bereits über Anschlüsse an Straße, Wasser, Abwasser und Strom. Bei unerschlossenen oder teilerschlossenen Flächen kommen Erschließungsbeiträge hinzu, die im Budget berücksichtigt werden müssen. Fragen Sie beim Kauf ausdrücklich nach, ob alle Beiträge bereits bezahlt sind oder noch Forderungen der Gemeinde ausstehen. Auch die Kosten für die eigentlichen Hausanschlüsse vom Grundstücksrand bis ins Haus kommen meist noch hinzu.

Zuschnitt, Ausrichtung und Topografie

Nicht jedes Grundstück passt zu jedem Haus. Ein schmales Grundstück eignet sich eher für ein kompaktes Einfamilienhaus oder ein Doppelhaus, ein breites Grundstück auch für einen Bungalow. Die Ausrichtung beeinflusst, wie gut Wohnräume und Garten Sonne bekommen und wie viel Ertrag eine Photovoltaikanlage bringt. Hanggrundstücke bieten oft schöne Ausblicke, verursachen aber höhere Kosten für Erdarbeiten, Stützmauern oder einen Keller.

Wo man Grundstücke findet

  • Neubaugebiete der Gemeinden: Die Vergabe erfolgt oft nach Kriterien wie Familienstand, Kinderzahl oder Ortsbezug.
  • Immobilienportale und Makler: Große Auswahl, aber auch große Konkurrenz.
  • Lückengrundstücke: Unbebaute Flächen in bestehenden Wohngebieten, oft bereits erschlossen.
  • Private Verkäufer: Über Aushänge, lokale Zeitungen und persönliche Netzwerke.
  • Haus mit Abriss: Ein älteres Gebäude auf gutem Grundstück kann eine Alternative sein, wenn Abrisskosten eingeplant werden.
Gerade in gefragten Regionen lohnt es sich, bei der Gemeinde nach geplanten Baugebieten zu fragen und sich auf Interessentenlisten setzen zu lassen.

Vor dem Kauf prüfen

Bebauungsplan, Baugrund, Altlasten und mögliche Baulasten sollten vor dem Notartermin geklärt sein. Im Einzelnen:
  • Bebauungsplan: zulässige Dachform, Geschosszahl, Grundfläche und Baugrenzen
  • Baugrund: Tragfähigkeit, Grundwasser und Bodenklasse durch ein Gutachten
  • Altlasten: Auskunft beim Landratsamt oder der Gemeinde
  • Baulastenverzeichnis: etwa Wegerechte oder Abstandsflächen zugunsten des Nachbarn
  • Grundbuch: eingetragene Rechte und Belastungen
Prüfen Sie außerdem, ob der gewünschte Haustyp mit Dachform und Grundfläche auf das Grundstück passt. Gern prüfen wir mit Ihnen gemeinsam, welches unserer Häuser zu Ihrem Grundstück passt.

Häufige Fragen

Sollte ich erst das Grundstück oder erst das Haus aussuchen?

Am besten beides parallel. Wer seinen Wunschhaustyp kennt, kann Grundstücke gezielter bewerten. Gleichzeitig gibt der Bebauungsplan vor, was gebaut werden darf.

Was kostet ein Baugrundgutachten?

Die Kosten hängen von Grundstücksgröße und Untersuchungsumfang ab. Im Vergleich zu den möglichen Folgekosten eines unerwartet schwierigen Baugrunds ist es eine sinnvolle Investition.

Welche Nebenkosten fallen beim Grundstückskauf an?

Vor allem Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision.
Eine sorgfältige Grundstückswahl ist die Basis für ein Haus, das langfristig zum eigenen Leben passt. Wenn Sie schon ein Grundstück im Blick haben, stellen Sie Ihr Haus im Hauskonfigurator zusammen.
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